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Unsere 3 Hauptsponsoren (v.l. Bergquell Brauerei Löbau; Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien; Oberkretscham

21. Euroregionale Schachwoche 6. bis 14.2.2016

IM Cliff Wichmann analysiert mit Frank-Peter Rößler die eben gespielte Partie.

21. Euroregionalen Schachwoche vom 6. bis 14. Februar 2016 in Leutersdorf

Nach den großen Anstrengungen im Jubiläumsjahr 2015, galt es nun wieder eine normale Schachwoche auf die Beine zu stellen. Jedes Jahr lockt dieses Schachevent mehr als 150 Schachbegeisterte aus der Region und darüber hinaus in der Oberlausitz. 2016 trugen sich insgesamt 178 Starter aus über 43 Schachvereinen und 3 Ländern in die Wettkampflisten der fünf ausgetragenen Turniere ein. Die Vielfalt der Wettkampfangebote unter dem Dach der Schachwoche zeigte sich auch in der Verschiedenheit der Teilnehmer. Vom Schachanfänger bis zum Internationalen Meister kamen hier Schachspieler unterschiedlichster Spielstärke genauso auf ihre Kosten, wie das siebenjährige Schachkind dem 78-jährigen Veteranen gegenübersitzen konnte. Ganz selbstverständlich vereint das Schachspiel Menschen unterschiedlichster sozialer Schichten und mit den verschiedensten Lebensauffassungen im harten aber meist friedlichen Streit um die besseren Ideen.

In all den Jahren fühlte sich Bürgermeister Bruno Scholze als Gastgeber, der immer persönliche Worte für seine Gäste fand und sich vor einigen Jahren schachlich unter anderem im Simultan gegen die Großmeister Wolfgang Uhlmann und Lothar Vogt versuchte. Unschätzbar ist die kostenlose Bereitstellung des attraktiven Turniersaals in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Turnhalle durch die Gemeinde Leutersdorf. Oberlausitzer Gastlichkeit erlebten die von weiter her angereisten Schachsportler im Oberkretscham, der Schachgaststätte in Leutersdorf. Aber auch die Blauen Steine und verschiedene private Pensionen sorgten dafür, dass sich die Helden der 64 Felder nachts gemütlich zur Ruhe betten konnten. Das Mitglied des Sächsischen Landtages Dr. Stephan Meyer würdigte durch die Übernahme der Schirmherrschaft über die 21. Euroregionale Schachwoche die Bedeutung der Veranstaltung im gesellschaftlichen Leben Sachsens.

Eine solche Großveranstaltung ist natürlich nicht allein mit dem engagierten Einsatz seiner Mitglieder und seiner Helfer sowie den finanziellen Mitteln des Schachvereins zu organisieren. Dafür stehen wichtige Unterstützer an der Seite der Organisatoren. Von Beginn an dabei ist die Familie Dittmar, die seit 1995 mit finanziellen Zuwendungen und auch mit Ausschanktechnik für das gratis zur Verfügung gestellte Löbauer Bier die Ausrichter unterstützet. Seit nunmehr 20 Jahren fördert die Sparkasse die Schachwoche. Im Gegensatz zu den wechselnden Namen des Geldinstituts war die finanzielle Unterstützung eine verlässliche Größe und brachte vor allem den Vereinssportlern der ländlichen Region mit dem Sparkassenopen eine anspruchsvolle Wettkampfgelegenheit. Ebenfalls von Anfang an dabei ist der Oberkretscham Leutersdorf, der über die Jahre Quartier für ganze Heerscharen von Schachspielern war und so manch berühmten Großmeister unter seinem Dach beherbergte. Hervorzuheben ist aber auch das finanzielle Engagement für die jüngsten Schachspieler, die im Miniopen ihre ersten Wettkampferfahrungen sammeln können. Ortsansässige Unternehmen wie die Vermögensgemeinschaft Spitzkunnersdorf, Michelreisen, die HBG Leutersdorf GmbH und Zimmermann Technische Federn leisteten einen wichtigen finanziellen Beitrag zum Gelingen der Schachwoche wie das regional agierende Unternehmen IBO GmbH Ingenieurbau Oberland.

In der Breite des Angebotes findet sich für jeden interessierten Schachfreund ein Turnier, dass sowohl seinem Leistungsniveau als auch seinem Zeitfonds entsprechen sollte. Zwei Blitzschachturniere am 6.2. und am 12.2. vereinten zum kurzweiligen Schachgeplänkel am Abend nach einem anstrengenden Wettkampftag. Eine Partie in knapp zehn Minuten zu absolvieren, schließt von vornherein Fehler ein, bevorzugt aber Spieler, die schlagfertig und routiniert sind. Am 6.2. und 7.2. fand das 6. Schnellschachturnier mit 15 Minuten je Spieler und Partie statt. 13 Partien an nur zwei Tagen bieten ein weites Experimentierfeld für das eigene Eröffnungsrepertoire und Gelegenheit Technik und Taktik zu trainieren. In der Jahnturnhalle in Leutersdorf ging es in 433 Partien um den Bergquell-Cup und um den Sieg im Mannschaftswettbewerb um den Preis der Vermögensgemeinschaft Spitzkunnersdorf. 34 Spieler in der Jahrgänge 1940 bis 2003 zeigen einmal mehr den generationenverbindenden Charakter des Schachspiels.

Das 20. Open der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien am zweiten Wochenende, vom 12.2. bis 14.2., vereinte 80 Schachspieler. Ein qualitativ sehr ausgewogenes Starterfeld ließ einen spannenden Verlauf erwarten. Die Bedenkzeit von 90 Minuten je Spieler und Partie. Nach der Ausführung eines Zuges erhielt jeder Spieler desweiteren einen Bonus von 30 Sekunden gutgeschrieben. Diese nach der Jahrtausendwende von der FIDE eingeführte Reglung zielt darauf ab, dass Schiedsrichter nicht wertend in das Partieende eingreifen sollen und dass die Partie nicht nur durch das bloße Ablaufen der Zeit entschieden wird. Eine Partie mit 40 bis 50 Zügen dauert dann nicht ganz vier Stunden. Probleme mit dem Zeitplan erzeugte am Sonnabend eine Partie zwischen dem IM Cliff Wichmann und Stefan Johnke, die über 150 Züge ging und durch den Zeitaufschlag von zweieinhalb Stunden über fünf Stunden dauerte. Vor allem an der Tabellenspitze gab es keinen wirklichen Favoriten. So musste am Ende bei Punktgleichheit auch eine zweite Wertung den alleinigen Sieger bestimmen. Zeitgleich absolvierten die Jüngsten ein Turnier über 9 Runden. Das 19. Mini-Open des Oberkretscham Leutersdorf führte die Anfänger gegeneinander ans Brett. Die für die DWZ-Auswertung erforderliche Bedenkzeit von 75 Minuten für 30 Züge plus 15 Minuten für den Rest der Partie wurde von keinem Spieler wirklich voll ausgenutzt. Häufig waren die Begegnungen nach 20 bis 30 Minuten beendet und die Kinder tobten bei schönem Frühlingswetter im weitläufigen Umfeld der Turnhalle. Den flüchtigen Betrachter wunderte sicher, dass ein alter Mann im Kinderturnier zugelassen wird. Turniersenior Helmut Klösel (Jahrgang 1942) begleitet seine Schützlinge seit mehreren Jahren zum Turnier und traute sich, als nicht aktiver Spieler seine Schachkenntnissse gegen die Jüngsten zu messen. Schachspielen ist mehr als profundes Schachwissen. So erreichte Klösel 4 Punkte aus den 9 Runden und musste sich so manchem Kind geschlagen geben. An der Tabellenspitze hatten die Leutersdorfer Lokalmatadore Elias Augustin und Philipp-Alexander Rößler in den Brüdern Jan und Nils Espig aus Langebrück eine harte Konkurrenz. Für alle Kinder gab es am Ende einen Preis und für die besten in den Altersklassen U8, U10 und U12 Medaillen. Die Siegerehrung am 14.2. nahmen neben Vereinsvize Jörg Keller vom SC 1994 Oberland, Dirk Neumann vom Oberkretscham so-wie Schirmherr Dr. Stefan Meyer vor. Eine besondere Ehrung wird in diesem Rahmen für Menschen zuteil, die für ihre Tätigkeit im Umfeld des Schachsports meist unauffällig aber unverzichtbar wirken. Der Vereinsvorsitzende Frank-Peter Rößler zeichnete mit dem von Gerold Hinke gestifteten Preis in diesem Jahr ein Projekt aus, das für den Fortbestand des Schachsportes in der Region wichtig ist. Der 14-jährige Florian Rönsch organisiert in Zittau im Jugendhaus „Villa“ eigenständig Trainingsstunden für andere Kinder.

Die Organisatoren konnten den Jahrgan 2016 in schachlicher wie in wirtschaftlicher Hinsicht als Erfolg verbuchen. Es gab seitens der Teilnehmer auch schon Anfragen für das nächste Jahr. Für die zuende gegangene Schachwoche danken die Organisatoren allen Sponsoren, dem Schirmherren Dr. Stefan Meyer, dem Mitglied des Sächsischen Landtages, und Herrn Scholze, dem Bürgermeister der Gemeinde Leutersdorf, für ihr Engagement. Dank auch an alle fleißigen Helfer und die Nachbarvereine aus Ebersbach und Löbau für die tatkräftige Unterstützung.